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Standgeld: Wann es anfällt und wie Sie es vermeiden

Kurz & knapp: Standgeld fällt an, wenn ein LKW länger wartet als die vereinbarte Freizeit – vermeidbar durch klare Zeitfenster, rechtzeitige Avisierung, ladebereite Ware und geklärte Rampe.

Spedition Log – Standgeld: Wann es anfällt und wie Sie es vermeiden

Standgeld fällt an, wenn ein LKW an der Lade- oder Entladestelle länger warten muss als die vereinbarte Freizeit (Wartezeit ohne Berechnung). Es entschädigt die Spedition für das blockierte Fahrzeug und den ausfallenden Fahrer. Vermeiden lässt es sich fast immer durch klare Zeitfenster, rechtzeitige Avisierung, ladebereite Ware und eine funktionierende Rampe bzw. Hebebühne. Wer diese vier Punkte vorab klärt, hält das Fahrzeug in Bewegung – und die Kosten unten.

Was ist Standgeld?

Standgeld (auch Wartegeld oder Standzeit) ist eine Vergütung für Wartezeiten, die über die vereinbarte oder branchenübliche Freizeit hinausgehen. Nach dem Eintreffen am Ladeort steht dem Fahrer eine bestimmte Zeitspanne für das Be- oder Entladen zu; erst danach beginnt die berechenbare Standzeit. Grundlage ist § 412 HGB in Verbindung mit dem Frachtvertrag – die konkrete Höhe und Freizeit richten sich nach der Vereinbarung im Auftrag oder den AGB.

Der Grund ist wirtschaftlich nachvollziehbar: Ein wartendes Fahrzeug verdient nichts, blockiert die Tagesplanung und bindet den Fahrer, dessen Lenk- und Ruhezeiten weiterlaufen. Standgeld ist damit kein Strafzuschlag, sondern der Ausgleich für einen realen Ausfall.

Wann fällt Standgeld an?

Standgeld entsteht typischerweise in diesen Situationen:

  • Überschrittene Freizeit: Das Be- oder Entladen dauert länger als die vereinbarte Wartezeit ohne Berechnung.
  • Fehlende Avisierung: Der Empfänger wurde nicht avisiert und ist nicht vorbereitet, das Fahrzeug steht in der Warteschlange.
  • Ware nicht ladebereit: Die Sendung ist noch nicht kommissioniert, verpackt oder papiermäßig fertig.
  • Rampen- oder Personalengpass: Keine freie Rampe, kein Staplerfahrer, keine Hebebühne bestellt.
  • Dokumente fehlen: Lieferschein, Zoll- oder Begleitpapiere sind nicht bereit, die Abfertigung stockt.

So vermeiden Sie Standgeld

Fast jede Standzeit lässt sich durch Vorbereitung verhindern. Diese Maßnahmen wirken am stärksten:

Zeitfenster vereinbaren

Legen Sie ein realistisches Be- und Entladefenster fest und geben Sie es im Auftrag an – inklusive der Öffnungszeiten des Empfängers. Ein festes Zeitfenster verteilt die Ankünfte und verhindert Warteschlangen an der Rampe.

Rechtzeitig avisieren

Kündigen Sie die Lieferung beim Empfänger an – per Portal, Telefon oder mit der geforderten Referenznummer. So ist eine Rampe frei und das Personal vorbereitet, wenn das Fahrzeug eintrifft. Fehlende Avisierung ist eine der häufigsten Standgeld-Ursachen.

Ware ladebereit halten

Die Sendung sollte kommissioniert, verpackt, palettiert und mit allen Papieren bereitstehen, bevor das Fahrzeug kommt. Auch die korrekten Lademeter- und Gewichtsangaben gehören dazu, damit nicht umgestaut werden muss.

Rampe und Hebebühne klären

Prüfen Sie, ob eine Rampe und ein Stapler verfügbar sind. Fehlt beides, bestellen Sie ein Fahrzeug mit Hebebühne (Ladebordwand) und geben das im Auftrag an – sonst kann nicht entladen werden und die Wartezeit läuft.

Was Standgeld für die Lieferkette bedeutet

Standzeit ist mehr als ein einzelner Kostenposten – sie stört den ganzen Tagesablauf. Steht ein Fahrzeug zwei Stunden fest, verschieben sich die folgenden Touren, Anschlusstermine geraten in Gefahr und im schlimmsten Fall reißen Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers, sodass die Fahrt ganz unterbrochen werden muss. Dieser Dominoeffekt trifft am Ende auch den Auftraggeber, dessen weitere Sendungen sich verzögern. Deshalb liegt eine reibungslose Abfertigung im Interesse beider Seiten. Eine gute Zusammenarbeit beginnt bei der klaren Kommunikation im Auftrag: realistische Zeitfenster, korrekte Adress- und Ansprechpartnerdaten und ein Hinweis auf bekannte Engpässe an der Rampe. Je besser Verlader, Empfänger und Spedition abgestimmt sind, desto seltener entsteht Standgeld überhaupt.

Freizeit und Standgeld im Überblick

Die folgenden Werte sind branchenübliche Orientierung; maßgeblich ist immer die Vereinbarung im konkreten Auftrag:

Typische Freizeiten und Auslöser für Standgeld (Richtwerte)
Situation Freizeit (Orientierung) Danach
Be-/Entladen Teilladung ca. 1 Stunde Standgeld je angefangene Zeiteinheit
Be-/Entladen Komplettladung ca. 2 Stunden Standgeld je angefangene Zeiteinheit
Fehlende Avisierung keine Freizeit garantiert Warteschlange, Standgeld ab Ankunft

Die konkrete Höhe des Standgeldes bei Spedition Log wird auftragsbezogen als Festpreis nach Anfrage vereinbart – so wissen Sie vorab, woran Sie sind, und es gibt keine überraschenden Nachforderungen.

Standgeld ist vermeidbar

Unterm Strich ist Standgeld fast immer ein Organisationsthema, kein Schicksal. Wer Zeitfenster und Avisierung klärt, die Ware ladebereit hält und die Entladesituation vorab prüft, hält das Fahrzeug in Bewegung. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern verbessert auch die Termintreue der gesamten Lieferkette. Die häufigsten Auftragsfehler, die zu Standzeiten führen, fasst unser Ratgeber 8 häufige Fehler bei Transportaufträgen zusammen.

Spedition Log disponiert mit eigenem Fuhrpark und 24/7-Disposition seit 2014. Wenn Sie ein enges Zeitfenster oder eine schwierige Entladestelle haben, planen wir das mit Ihnen vorab – unter +49 (0)30 2000 849 40 oder dispo@spedition-log.com.

Häufige Fragen

Was ist Standgeld?

Standgeld ist eine Vergütung für Wartezeiten eines LKW an der Lade- oder Entladestelle, die über die vereinbarte Freizeit hinausgehen. Es gleicht das blockierte Fahrzeug und den ausfallenden Fahrer aus. Grundlage ist der Frachtvertrag in Verbindung mit § 412 HGB; Freizeit und Höhe richten sich nach der Vereinbarung.

Wann fällt Standgeld an?

Wenn das Be- oder Entladen länger dauert als die vereinbarte Freizeit, wenn nicht avisiert wurde, wenn die Ware nicht ladebereit ist, wenn Rampe, Stapler oder Hebebühne fehlen oder wenn Dokumente nicht bereitliegen. Die Standzeit beginnt nach Ablauf der Freizeit ab Ankunft des Fahrzeugs.

Wie kann ich Standgeld vermeiden?

Vereinbaren Sie ein realistisches Be- und Entladefenster, avisieren Sie die Lieferung rechtzeitig, halten Sie die Ware kommissioniert und mit allen Papieren ladebereit und klären Sie vorab, ob eine Rampe und ein Stapler verfügbar sind oder eine Hebebühne bestellt werden muss.

Wie viel Freizeit hat ein LKW zum Be- und Entladen?

Als grobe Orientierung gelten rund eine Stunde bei Teilladungen und etwa zwei Stunden bei Komplettladungen, danach beginnt die berechenbare Standzeit. Maßgeblich ist jedoch immer die konkrete Vereinbarung im Auftrag oder in den AGB der Spedition.

Wer zahlt das Standgeld?

Standgeld trägt in der Regel die Partei, die die Wartezeit verursacht hat – meist der Auftraggeber bzw. der Absender oder Empfänger, wenn die Ware nicht rechtzeitig ladebereit war oder die Avisierung fehlte. Die Details regelt der Frachtvertrag.

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